Push and Pull and Push and Pull. Weiter Rudern schreit der Captain.
Wenn schlaue Talkshow-Gäste von Push/Pull schwafeln, meinen sie keine Wassersportart, obwohl sie nebenbei obsessiv von vollen Booten sprechen. Sie reden von einem Bravourstück der theoretischen und empirischen Sozialforschung. Mit Push/Pull ist eine Migrationstheorie gemeint, die besagt, dass Menschen migrieren, wenn es im Herkunftsland nicht so toll ist und es woanders besser ist. Ziel der Migrationspolitik müsse es sein, die Push-Faktoren, also die negativen Faktoren, die die Migranten aus ihrem Herkunftsland vertreiben, zu bekämpfen und auch die Pull-Faktoren zu minimieren. Nur so könne der Schweizer Wohlstand und die Abendländische Kultur bestehen bleiben. Dabei entgeht jedoch der grundlegende Zusammenhang zwischen Ursache für Vertreibung und Ursache für Anziehung. Das imperialistische Verlangen nach Absatzmarktexpansion und Kapitalexport, wie schon Daddy Marx wusste, schädigt die Entwicklung entwicklungsdürftiger Länder nachhaltig, denn Billigimporte und Direktinvestitionen verhindern einheimische Produktion und führen zu international-ausbeuterischen Verhältnissen. Arbeitslosigkeit und Armut folgen. Möchte sich ein Land durch protektionistische Politik, durch Importverbote/Zölle, schützen, suizidiert sich der/die verantwortliche Machthaber*in schneller durch 9 Stiche in den Rücken, als man USA sagen kann. 9 Tonnen Lockheed-Martin bringen stählerne Demokratie. Nach dem Bürgerkrieg gibt’s dann einen «humanitären Kredit» zum Wiederaufbau, der die langfristige Ausbeutung garantiert. Wenigstens Wohlstand, oder eben Pull-Faktoren für uns. Schon Matter wusste, dass es nicht geht, ohne dass es denen weniger gut geht, denen es gut geht.
